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Den Bedürfnissen auf der Spur |
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Der Elektromeister und frisch gebackene Gebäude-System-Designer Alexander Huber plant heute anders als früher: Er stellt nicht mehr die Technik in den Mittelpunkt, sondern geht von den Gewohnheiten und Bedürfnissen der späteren Nutzer aus. Für ihn sind die verwendeten Systeme und Produkte nur diskrete Dienstleister im Hintergrund. Gelernt hat er das bei DIAL.
Ist in hochwertigen Gebäuden erst einmal die Entscheidung für Gebäudesystemtechnik gefallen, dann steht meistens die Technik im Fokus der Betrachtung. Was alles kann das System und was davon können wir in diesem Haus gebrauchen? Oft werden die Wände mit Mehrfachtastern zugepflastert, die kein Mensch mehr bedienen kann. Unterschiedliche Systeme für Licht, Jalousien, Wärme oder Verbrauchsdaten sind keine Seltenheit, was die Problematik von leistungsfähigen Schnittstellen nach sich zieht. Oft werden Anlagen überdimensioniert, als Inseln betrieben oder in ihrer Leistungsfähigkeit überhaupt nicht ausgeschöpft.
Dass es auch anders geht, beweisen die Absolventen der Fortbildung zum GSD. Sie haben bei DIAL in Lüdenscheid in einem auf ein Jahr angelegten Lehrgang gelernt, wie man Gebäude von Anfang an richtig plant – im Sinne der Kostenrechnung und der späteren Nutzung. Dieser Lehrgang wurde ganz bewusst für Profis aus der Branche konzipiert, um diese Spezialisten in ihren jeweiligen Bereichen zum Allrounder in der Gebäudetechnik auszubilden. Gebäude von heute sind vernetzt und nur, wer sich in allen Bereichen auskennt, der kann auch umfassend beraten und planen und beurteilen, wieviel Technik ein Gebäude überhaupt benötigt. Die Teilnehmer erlernen die meisten Inhalte im Online-Studium und kommen nur hin und wieder für kurze Präsenzphasen nach Lüdenscheid. „So lässt sich die Fortbildung neben der normalen Arbeit im Betrieb sehr gut schaffen“ erzählt Alexander Huber, der den Lehrgang im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen hat.
Am Rande eines kleinen Weindorfs unweit von Offenburg im Schwarzwald entstand das Büro- und Musterhaus des Planungsbüros – geplant innerhalb von zwei Monaten von Alexander Huber nach Methoden, die er bei DIAL in Lüdenscheid gelernt hatte. Dort, wo jeder Experte normalerweise durch seine eigene „Gewerke-Brille“ schaut, plante er das technische Gesamtkonzept des Gebäudes über alle Gewerke hinweg von HKL bis ITK. Diese ganzheitliche Gebäudesicht ist zentraler Kern der DIAL-Weiterbildung, denn nur, wer sich in allen Sparten auskennt, kann die Kunden optimal beraten und das wirklich Passende konzipieren. So sind die angehenden Gebäude-System-Designer jeweils bunt gemischt aus verschiedenen Branchen von Sanitär bis Elektro, lernen voneinander und lernen auch, die Denk- und Arbeitsweise des Architekten zu verstehen. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Von Seiten der Hersteller technischer Produkte nehmen vorwiegend Produktmanager und Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing an der Weiterbildung teil, von Seiten der planenden und ausführenden Projektbeteiligten sind es vorwiegend Handwerksmeister, Techniker und Fachingenieure.
„Da es sich bei uns um ein Musterobjekt handelt, legten wir besonderen Wert auf die Bedienung der Anlage. Kunden und Besucher sollten sich ohne Vorkenntnisse sofort zurecht finden. Wir wollen sie schließlich nicht mit zu viel Technik ängstigen, sondern zum Ausprobieren anregen“ erklärt Huber seine Prioritäten.
In dem Objekt wurden zwei Visualisierungen eingesetzt, über die die Steuerung der Gebäudetechnik erfolgt, die aber auch E-Mails abrufen können, ebenso Wetterdaten und RSS-Feeds. Außerdem wird hier die Videoüberwachung des Gebäudes angezeigt und es werden die Funktionen einer Video-Sprechanlage ausgeführt. Zusätzlich werden hier Messdaten visualisiert – beispielsweise Einspeisewerte für die Photovoltaikanlage.
KNX steht dabei im Mittelpunkt der gesamten Haustechnik. „Hier gibt es Lösungen für viele Gewerke – außerdem einen großen Wettbewerb an Herstellern mit immer neuen Entwicklungen“ schildert Huber seine Gründe für die Auswahl des Systems. So werden nun auch die Raumtemperatur und die Luft/Wasser-Wärmepumpe, die Wetterstation und die Lüftungsanlage via KNX aufeinander abgestimmt.
Für die passende Beleuchtung sorgen RGB-Lichtregelungen, die über ein KNX-DALI-Gateway eingebunden wurden. Tageslichtsimulationen sorgen für ein Höchstmaß an Wohlbefinden und Konzentration. 90 % aller Leuchten im Gebäude sind dimmbar. Dabei gibt es keine Vor-Ort-Bedienung einzelner Leuchten. Vielmehr wurden für jeden Raum bestimmte Szenen definiert, die sich aus der typischen Nutzung ableiten. „Der Mensch möchte nicht zu jeder Leuchte gehen, und sie einzeln einstellen oder die Jalousien an jedem Fenster einzeln bedienen. Vielmehr möchte er den Raum in irgendeiner Weise nutzen und braucht dafür eine bestimmte Lichtstimmung, vielleicht auch eine passende Hintergrundmusik oder Temperatur. Die Technik ist dabei gar nicht wichtig – auf das Ergebnis kommt es an“ erzählt Huber. Über Touch-Panels können nun die richtigen Raumstimmungen auf Knopfdruck abgerufen werden.
Das gesamte Objekt wird durch eine IP-Multiroom-Anlage beschallt. Audio- und Videodaten werden dabei über NAS bereitgestellt – es gibt aber auch noch einen externen Player für CDs und DVDs. Im Obergeschoss erfolgt die Darstellung über einen Beamer im Besprechungsraum, im Untergeschoss laufen sie auf den PCs, einem LCD-TV und den Touch-Panels ab.
Die Lüftungsanlage arbeitet mit einem Differenzdruckwächter im Kaminofen und der Dunstabzugshaube. Alarmmeldungen von Rauchmeldern gelangen ebenfalls zur KNX-Anlage, die dann die komplette Beleuchtung innen und außen einschaltet. Verbrauchsdaten von werden via KNX-Zähler erfasst – ebenso einzelne Steckdosen für Waschmaschine und Trockner.
„Durch den Lehrgang bei DIAL habe ich gelernt, die Blickrichtung zu ändern“ erzählt Alexander Huber. „Ich gehe nicht mehr von den technischen Möglichkeiten aus, sondern von den Wünschen, die Nutzer mit einem Gebäude verbinden. Optimales Licht, gutes Raumklima, Sicherheit und Komfort stehen im Mittelpunkt. Davon ausgehend suche ich dann die richtige Technik aus, um das zu realisieren“.
Im neuen Musterobjekt können sich die Kunden nun von den Möglichkeiten moderner Gebäudetechnik selbst überzeugen – so macht Technik Spaß.
Fotos:
Abbildung 1: Aussenansicht: Von außen wirkt das Gebäude wie ein normales Wohnhaus – es wird gleichzeitig als Musterhaus und als Geschäftssitz für das Planungsbüro genutzt.
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