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17. Februar 2015
Lighting ›

Lässt sich Licht reglementieren?
Lebensmittel Licht droht in Vorschriften
zu ersticken.

Es geht um Licht – künstlich, ganz überwiegend elektrisch erzeugtes Licht und es geht um Licht für Menschen. Licht, welches die Räume, in denen sich Menschen überwiegend aufhalten, beleuchtet. Der Einsatz von elektrischem Licht wird durch eine Vielzahl von politisch oder wirtschaftlich motivierten Verordnungen und Bestimmungen vorgeschrieben. Hier führen Mindestanforderungen an die Lichtausbeute von Lampen zum Verbannen ganzer Produktgruppen, während Festlegungen zum maximalen Energiebedarf für Beleuchtungsanlagen, die Gestaltungsfreiheit von Lichtplanern massiv einengen.

Beleuchtung ist optische Strahlung und damit natürlich auch eine Form von Energie. Vielmehr ist Beleuchtung jedoch Informationslieferant über die Umwelt, Gestaltungsmittel der Architektur und Auslöser komplexer fotobiologischer Prozesse in unserem Körper. Letzteres ist so komplex, dass sich die Wissenschaft vielen offenen Fragen gegenübersieht und sich scheut, Planungsempfehlungen auszusprechen.

 

Licht als Lebensmittel

Es ist unstrittig, dass künstliche Beleuchtung zahlreiche Wirkungen auf unseren Organismus besitzt, Positive wie Negative. Dies trifft für Nahrungsmittel in gleicher Weise zu. Im Gegensatz zum Licht weiß man über diese Effekte sehr viel. Wenn die beiden »Lebensmittel« Nahrungsmittel und Licht einmal näher analysiert werden, kommt man auf folgendes Ergebnis:

Nahrungsmittel lassen sich in ihre Hauptbestandteile Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße einteilen. Es kann ermittelt werden, wieviel Energie pro Masse enthalten ist. Außerdem kann man auch über Geschmack und Aroma sprechen. Leider gibt es hier kaum Kennzahlen und objektive Maßstäbe anhand derer man qualitative Aspekte von Obst, Käse, Brot und Wein beschreiben kann. Deshalb bedarf es Experten, die den Geschmack bei einer Verkostung analysieren und beurteilen. 

Licht lässt sich in seine Bestandteile zerlegen und es kann gemessen werden, welche Wellenlängen enthalten sind. Darüber hinaus kann man eine Bewertung nach der menschlichen Hellempfindlichkeit, zum Beispiel für das Tagessehen, durchführen. Es kann auch hier wieder über »Geschmack«, also Farbeigenschaften, Dimmeigenschaften, Flimmern, etc. gesprochen werden. Es bedarf jedoch Experten, die den »Geschmack« von Licht beurteilen können. Einen Unterschied gibt es jedoch: Es ist nicht vorstellbar, dass Verbraucher es akzeptieren würden, wenn bestimmte Nahrungsmittel verboten bzw. die Verzehrmengen per Verordnung vorgeschrieben werden.

 

Lichtquellen verbieten?

Dies zeigt die Absurdität von Regelwerken zu Produktausphasungen und Planungsbeschränkungen. Selbst die Standard-Haushalts-Glühlampe, die in der Tat eine äußerst geringe Lichtausbeute besaß, hatte ihre Berechtigung als Strahlungsquelle. Wer kann denn garantieren, dass die langwelligen (Infrarot) Strahlungsanteile keinen positiven oder sogar wichtigen Einfluss auf unseren Organismus haben? Solange dies nicht geklärt ist, darf man den Personen, die dieses Lebensmittel für unverzichtbar halten, nichts wegnehmen.

 

Licht und Sport

Licht hat zahlreiche Facetten, die sich auf unsere Gesundheit auswirken. Deshalb sei ein weiterer Vergleich erlaubt mit einer Aktivität, die ebenfalls zahlreiche Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat: Sport. Also aktiv betriebenen Sport bzw. körperliche Bewegung. Zuviel Bewegung und zur falschen Zeit kann unserem Körper ebenso schaden, wie zu wenig davon. Wobei diese Aussage sowohl stark vom Individuum abhängt als auch der Art der Bewegung. Dasselbe trifft für Licht zu. Zuviel Licht und zur falschen Zeit kann unserem Körper genauso schaden, wie zu wenig davon. Diese Aussage hängt auch hierbei stark vom Individuum und der Art des Lichtes ab.

Wer sich körperlich betätigt, hat einen erhöhten Energieverbrauch und CO²-Ausstoß. Sport mag also gesund sein, für unsere Umwelt ist dieser allein schon energetisch und unter dem Aspekt der Schadstoff-Emission nachteilig.

Auch diese Aussage trifft uneingeschränkt für den Betrieb von elektrischen Lichtquellen zu, weshalb sich Lichtplaner bereits seit Jahren mit Regelwerken zur quantitativen Beschränkung von elektrischem Licht beschäftigen müssen.

 

Fazit

Licht darf nicht reglementiert werden. Statt Produkte zu verbannen und die planerische Freiheit einzuschränken, müssen Fachleute (Lichtplaner), sorgfältig für die jeweiligen Aufgabenstellungen Lichtkonzepte erarbeiten, die gesundheitlichen, gestalterischen, wirtschaftlichen und natürlich auch energetischen Aspekten gerecht werden. Hierzu bedarf es gut ausgebildeter und permanent weitergebildeter Fachleute.

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