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Rating Code AA oder Ramschniveau E?
Mit dem eu.bac System zum effizienten Gebäude.

Dabei ist es unstrittig, dass intelligente Technologien im Gebäude maßgeblich zu einer höheren Effizienz beitragen. In der Vergangenheit haben konventionelle Strategien zur Planung energetisch hocheffizienter Gebäude den Einfluss von Gebäudeautomationssystemen auf die Energieeffizienz sträflich vernachlässigt. Genau diese Lücke schließt die Norm EN 15232 »Energieeffizienz von Gebäuden – Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement«: Erstmalig werden Gebäudeautomtionstechnologien im Hinblick auf Energieeffizienz berücksichtigt. Mit Hilfe dieser Norm können Bauherren sicherstellen, dass ein gesamtes Gebäude bei Inbetriebnahme über effiziente Gebäudeautomationstechnologien verfügt.

Aber reicht das aus, um Gebäudeautomationssysteme dauerhaft energieeffizient zu betreiben? Und ist es sinnvoll, alle Räume eines Gebäudes gleichermaßen zu bewerten? Genau hier setzt das eu.bac System an. Denn anders als die EN 15232 basiert das eu.bac System auf einem gewichteten Verfahren: Nicht das ganze Gebäude wird energetisch klassifiziert, sondern seine einzelnen Räume und Zonen. Das ist viel praxisnäher, denn in der Regel wird beispielsweise ein Flur anders konditioniert und automatisiert als ein Büro. 

Mit intelligenter Planung zur Effizienzklasse AA

Das eu.bac System arbeitet mit der Einstufung in Energieeffizienzklassen – ähnlich wie bei Elektrogeräten – und stuft den Grad der Automatisierung von AA (100 Punkte) bis E (0 Punkte) ein. Für die höchste Effizienzklasse AA sind mindestens 85 Punkten erforderlich. 10 Punkte Differenz entsprechen in etwa einer Differenz von 5% des Endenergiebedarfes. Somit lassen sich maximal 50% der Endenergie zwischen Effizienzklasse E und AA einsparen. 

Die Entscheidung für eine eu.bac Zertifizierung bringt viele Vorteile für den Bauherrn, sowohl bei Neubauten als auch bei Baumaßnahmen im Bestand. Mit Hilfe des Prozesses kann der Bauherr die wichtigsten Gebäudeautomationsfunktionen einfach spezifizieren und für jeden einzelnen Raum entscheiden, welche automatischen Funktionen sinnvoll sind und welcher Automatisierungsgrad angestrebt werden soll. 

Dabei spielt eine wesentliche Rolle, dass Energie in Form von Wärme und Kälte, Warmwasser, Luft und künstlichem Licht bedarfsabhängig bereitgestellt wird. Somit werden die richtigen Funktionalitäten und Applikationen systematisch bestimmt und die Einsparpotentiale durch den zielgerichteten Einsatz von Gebäudeautomationssystemen direkt aufgezeigt. Selbstverständlich unterstützt das eu.bac System auch die Inbetriebnahme. Diese erfolgt strukturiert mit Hilfe von umfangreichen Checklisten. Und auch nach der Inbetriebnahme wird der Bauherr mit dem Gebäudeautomationssystem nicht alleine gelassen, sondern die Anlage wird regelmäßig überwacht und rezertifiziert. 

 

 

Das eu.bac System in der Praxis

In der Praxis bedeutet das, dass ein Bestandsgebäude der Klasse E mit 25 Punkten quasi auf Ramschniveau einstuft wird. Nach einer Generalsanierung kann das Gebäude die Klasse AA mit 85 Punkten erreichen und spart somit bis zu 30% der Endenergie ein, und zwar alleine durch den Einsatz eines Gebäudeautomationssystems. Ähnlich sieht es auch bei der Neubauplanung aus: Eine konventionelle Planung wird nach dem eu.bac System in Klasse C mit 55 Punkten eingestuft. Entscheidet sich der Bauherr jedoch für ein Gebäudeautomationssystem kann er bis zu 15% der Endenergie einsparen. Der Neubau erreicht somit die Klasse AA mit 85 Punkten. 

Allerdings ist die Realisierung einer hohen Effizienzklasse eines Gebäudeautomationssystems alles andere als ein Selbstläufer, sondern bildet den Endpunkt eines anspruchsvollen Planungs- und Bauprozesses. Im Rahmen von Bauprojekten ist es für ein effizientes energetisches Gebäudeverhalten grundsätzlich notwendig, alle Baumaßnahmen im Rahmen einer integralen Planung durch den Einsatz geeigneter Methoden und Planungswerkzeuge aufeinander abzustimmen. Dabei muss der Planer auch Zielkonflikte wie etwa in Fragen der Effizienz und des Komforts intelligent ausbalancieren. Energiesparen um jeden Preis nutzt niemandem, sondern schadet möglicherweise sogar der Produktivität, im schlechtesten Fall der Gesundheit.