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Wie werden Nachhaltigkeitskriterien die Lichtplanung verändern?

Nachhaltigkeit in der Beleuchtung ist ein Thema, das ich schon seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse verfolge. Im Moment scheint das Thema KI fast alles andere in der Branche zu übertönen. Ob das Thema Nachhaltigkeit dabei die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient? Jedenfalls scheint es dringend und wirft für mich einige Fragen auf.

Ich bin kein Experte für Ökobilanzierung (LCA), Umweltproduktdeklarationen (EPDs) oder graue Emissionen (Embodied Carbon). Aber je mehr ich darüber erfahre, desto mehr frage ich mich, wie sehr diese Themen unseren Blick auf die Qualität und Leistungsfähigkeit von Beleuchtung verändern werden.


Mehr als Energieeffizienz


Bis vor Kurzem wurde Nachhaltigkeit in der Beleuchtung oft vor allem mit Energieeffizienz verbunden. Inzwischen ist die Diskussion deutlich breiter geworden. Graue Emissionen, Materialien, Lebensdauer, Kreislauffähigkeit und die gesamten Umweltauswirkungen von Beleuchtungsanlagen eröffnen neue Perspektiven darauf, wie wir Nachhaltigkeit bewerten.

Damit Designer diese Perspektiven berücksichtigen können, müssen sie darüber Bescheid wissen. Außerdem brauchen sie verlässliche Informationen über die Produkte, die sie einsetzen. Und ein Großteil dieser Daten muss von den Herstellern kommen.

Es gibt bereits vielfältige Ansätze, die dabei helfen, solche Informationen zu ermitteln und zu bewerten. TM65.2 und TM66 von CIBSE behandeln Methoden zu unterschiedlichen Aspekten der Nachhaltigkeit. LightingEurope hat gemeinsam mit PEP ecopassport an einheitlichen Regeln für Leuchten-EPDs gearbeitet, um Umweltdaten konsistenter und besser vergleichbar zu machen.

Ein aktuelles Beispiel ist die Arbeit des LCA Incubators mit der GreenLight Alliance und der IALD. Die “Industry Wide Environmental Product Declarations” der Initiative für fünf Leuchtentypen wurden inzwischen verifiziert und zur Veröffentlichung freigegeben. Sie bieten Referenzwerte, wenn produktspezifische Daten fehlen.


Doch für mich bleiben viele Fragen


Wann beeinflussen Umweltdaten tatsächlich, welche Leuchte ausgeschrieben wird? Wie wägen Lichtplaner Umweltauswirkungen und Lichtqualität gegeneinander ab? Oder müssen sie das überhaupt?

Und wird die Bewertung der Nachhaltigkeit irgendwann genauso selbstverständlich zur Lichtplanung gehören wie lichttechnische oder energetische Berechnungen? Wie wird das die Arbeit der Lichtplaner und die Beratung ihrer Auftraggeber verändern? Und was müssten ihre Tools dafür leisten?


Von den Praktikern lernen


Als Besucher unseres DIALux Co-Creation Space auf der Light + Building in Frankfurt, warst du vielleicht auch bei der IALD Discovery Discussion mit Leela Shanker zum Thema Embodied Carbon dabei. Auf der kommenden IALD Enlighten Americas Konferenz in Austin werde ich am Sustainability Design Lab teilnehmen, das Leela Shanker gemeinsam mit Vicki Rybl leitet. Ich möchte dort erfahren, was sich in der Praxis bereits verändert.

Ich bin neugierig: Was ist deine Erfahrung aus der Praxis? Welche Rolle spielen Nachhaltigkeitskriterien heute in deiner Arbeit und wohin geht die Entwicklung aus deiner Sicht?

Teile gerne deine Gedanken dazu mit mir →

Und wenn du auf der Enlighten Americas in Austin bist: Lass uns dort ins Gespräch kommen.