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07. Dezember 2016
Smart Building Design ›

Das Hamburger »Apartimentum« ist eine Anlage von technisch hochgerüsteten Luxuswohnungen hinter Gründerzeitfassade. Der Investor Lars Hinrichs will dort voll vernetztes »Flatrate-Wohnen« bieten – zu vier- bis fünfstelligen Monatsmieten und mit Nest-Thermostaten, IP-gesteuerten Wasserhähnen, Push-Benachrichtigungen bei Posteinwurf im Briefkasten sowie einer Wohnungstür, die per Bluetooth vom Smartphone aus geöffnet wird. Auch von Energieeinsparung »bis zu 30%« ist die Rede, doch Komfort, Sicherheit und Exklusivität stehen klar im Vordergrund. Eine zwiespältige Botschaft: Sie nährt latente Vorurteile, die in smarten Gebäuden einen verzichtbaren Luxus sehen.

Jeder hat schon von BIM (Building Information Model) gehört, jeder spricht darüber. Aber nicht jeder weiß was BIM genau ist, noch was es für sich und seine Arbeit in Zukunft bedeutet. Ein paar Antworten auf oft gestellte Fragen vorweg: BIM ist keine Software. BIM ist kein Datenformat. BIM ist nicht neu. BIM funktioniert nicht nur im Gebäude und BIM ist keine Lösung für alle Probleme im Bauwesen. Und ja: Auch ohne BIM können Bauprojekte erfolgreich durchgeführt werden.

Auf den ersten Blick scheint das Thema BIM (Building Information Modeling) eine typische Art von »Sau« zu sein, die in letzter Zeit verstärkt durch das globale Dorf der Baubranche gejagt wird. Dabei wird das Thema hauptsächlich mit Hilfe einer Scheinargumentation vermarktet, um die jeweiligen Player der Branche mit viel Nachdruck in eine proaktive Haltung zu transformieren: BIM kommt – weil BIM kommt!

Was passiert, wenn ein mittelständisches Unternehmen neu bauen möchte? Alle Voraussetzungen für den Bau sind erfüllt: Das Grundstück ist gekauft, ein entsprechendes Raumprogramm liegt vor und die Bauwerkskosten sind veranschlagt. Auch das Budget für den Bau steht zur Verfügung. Jetzt sollte als nächster Schritt die Planung der Baumaßnahme beginnen.

Um gleich mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen: Ein Gebäude ist nicht »smart«, wenn es sich mit einem Smart-Device, also dem Smartphone und dergleichen, bedienen lässt. Ganz im Gegenteil: Was soll daran smart sein, das Gerät aus der Tasche zu holen, über das Display zu wischen, den 4-stelligen PIN einzugeben, die Gebäude-App zu starten, das Menü »Licht« zu öffnen und schließlich die Lichtszene »Alles an« aufzurufen? Im Vergleich dazu ist jeder klassische Lichtschalter smart.

Die präzise Planung des Einfalls von Licht in ein Bauwerk gehört zu den ältesten und zentralen Aufgaben aller Architekturen dieser Welt. Nicht von ungefähr bezeichnete der wohl einflussreichste Architekt des 20. Jahrhunderts, Le Corbusier, die Geschichte der Architektur als eine Geschichte des Fensters. Damit stellt sich für Planer heute die komplexe Herausforderung, den Lichteinfall über die Fassaden integral zu gestalten.

Was macht ein »smartes« Gebäude aus? Die simple Anwendung »smarter« Consumer Elektronik durch den Endverbraucher ist sicherlich nicht das ausschlaggebende Merkmal für ein »smartes« Gebäude. Vielmehr zeichnet sich ein wirklich »smartes« Gebäude dadurch aus, dass alle Player im Bausektor intelligente Technologien professionell einsetzen: planende Architekten und Ingenieure, ausführende Unternehmen und Betreiber.

11. November 2015
Smart Building Design ›

Es ist für niemanden ein Geheimnis: Der weltweite Primärenergiebedarf steigt, die Reichweite fossiler Energieträger ist begrenzt, die zivile Nutzung der Kernenergie birgt hohe Risiken und die Erderwärmung hat negative Folgen für die Umwelt. All dies stellt die globalisierte Welt vor noch nie dagewesene Herausforderungen, die auch am Bausektor in Deutschland nicht spurlos vorbeigehen.

Die Grenzen zwischen Architektur (Design) und Gebäudetechnik (Gestaltung) sind mittlerweile fließend und erfordern eine neue Gestaltungsphilosophie von Gebäuden. Denn moderne Informationstechnologien entwickeln sich rasant und die Anforderungen steigen stetig, diese Technologien erfolgreich in heutige Planungs- und Bauprozesse zu integrieren. Die einzelnen Subsysteme der Gebäudetechnik werden nicht nur immer vielfältiger und komplexer, sondern zunehmend untereinander vernetzt und automatisiert.

Effizienz, Sicherheit und Komfort. Diese Kriterien wenden wir – fast schon unbewusst – beim Autokauf an. Und kaum noch jemand möchte die daraus resultierenden Vorteile missen. Aber wie werden Effizienz, Sicherheit und Komfort erreicht? Die Automobilbranche setzt dazu digitale Technologien ein und niemand diskutiert darüber, ob dies sinnvoll ist oder nicht. In der Baubranche hingegen wird über den sinnvollen Einsatz von intelligenten Technologien nach wie vor heftig debattiert.

Am Anfang einer jeden Baumaßnahme steht die Grundlagenermittlung, in deren Rahmen die Bedürfnisse des Bauherrn dediziert analysiert werden. Denn entscheidend für die technische Ausgestaltung eines intelligenten Gebäudes (Smart Building) sind letztlich die menschlichen Bedürfnisse und ihre Erfüllung.

Das Potenzial intelligenter Gebäude wird nach wie vor unterschätzt. Selbst anerkannte Verfahren im Bauprozess haben die vielfältigen Chancen von »smart buildings« noch nicht vollständig integriert. Denn im Gegensatz zu früher entwickeln sich intelligente Gebäude immer mehr zu hochdynamischen Gebäude-Systemen. Aber welchen Bedarf an »Hochdynamik« hat ein konkretes Gebäude? Und welchen Nutzen hat es für den Bewohner?